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Maria von Linden Calw Gymnasium

"Wenn das nicht doch ein Stück Lebenshilfe war" - Artikel im Schwarzwälder Bote am 5.7.17

Erstellt von Von Roland Stöß |

Musical-AG glänzt mit »Ausgetickt – Die Stunde der Uhren«

Calw-Stammheim. Kann ein Kindermusical Lebenshilfe sein? Im Foyer des Maria von Linden-Gymnasiums führte die Musical-AG samt Band ein musikalisches Schauspiel auf, das Parallelen zum realen Leben aufzeigte.

Geschichte zweier Wecker »Ausgetickt – Die Stunde der Uhren« birgt die Geschichte zweier Wecker in sich. Bobby und Elvis haben die Nase gestrichen voll. Tag für Tag funktionieren sie wie ein Uhrwerk. Dennoch werden sie schlecht behandelt. Sie fliehen. Dabei treffen sie auf viele andere Uhrtypen: Sonnen-, Sand-, Armband-, Taschen-, Taucher-, Stech- Eieruhr ... Doch da gibt es noch die Superuhr. Genau diese ist der selbsternannte Herrscher und drangsaliert die gesamte Uhrenwelt. Alle haben Angst vor ihr. Die Superuhr meint genau zu wissen, was die Stunde zu schlagen hat: »Uhren müssen spuren. Immer schön im Takt bleiben. Heutzutage muss man effektiv sein. Bei uns gibt es keine Gefühle« Und es gibt noch die Spieluhr. Diese kann am Ende, nach spannendem Hin- und Her, mit ihrer schönen Musik alle anderen Uhren betören. Es siegt das Herz und die Liebe, welche wichtiger ist, als das ewige Gehetze im Takt der Zeit. Was die AG unter der Leitung von Elisabeth Zaia und Sandra Müller auf die Beine gestellt hat, erkannte man rasch. So dankte das Publikum im restlos gefüllten Saal des Gymnasiums mit lang anhaltendem und frenetischem Beifall. Manchen Lacher erzeugten die 24 jungen Schauspieler der Klassen 5 und 6 durch lustige Wortspiele: »Da scheint Sand im Getriebe – ist das Liebe?«, fragte die Sanduhr, während die Funkuhr funkte »Ich ticke auf einmal ganz anders – na endlich hat es gefunkt!«

Besondere Warnung Vor den auf der Flucht befindlichen Uhren warnt man besonders: »Vorsicht, die Batterien sind geladen«. Der Diagnose »bei Dir ist eindeutig eine Schraube locker« folgt der Rat, doch schnell den »Uhro-logen« zu konsultieren. Freude bereitete auch die Schüler-Uhren-Band mit Nina Schaible, Janina Mundinger (beide Violine), Marcel Bras Duarte (Trompete), Felix Rollbühler (Klavier), Luka Schwitalla (Gitarre) und Julian Büttner (Schlagzeug) musizierten herzerfrischend Rock, Funk, Polka, Ballade, Swing, Hip-Hop-Rap, Walzer und eine Marsch-Parodie. Ein riesiger Stab an sonstigen Helfern machte das Spektakel erst möglich. Beispielhaft erwähnt seien Kerstin Dolzmann (Kostüme), Samantha Augenstein (Bühnenbild), Kathrin Basedau (Choreografie), Verena Keller (Regie und Dirigieren) sowie Susanne Stoffels vom Förderverein. Wenn das nicht doch ein Stück Lebenshilfe war. Alle Uhren samt Publikum stimmten zum Happy-End in den schwungvollen Refrain ein: »Oh ja, wir sind bereit, wir haben für uns selber Zeit – doch keine Zeit für die Zeit«. Die Aufführung wird an Mittwoch, 5, Juli, im Foyer des Gymnasiums wiederholt. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Spenden zur Bestreitung der Kosten sind willkommen.